Leitbild

Das Konzept der Wohngemeinschaften basiert auf einem psychoanalytisch-gruppendynamischen Verständnis, das die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen im Kontext der Gesamtgruppe berücksichtigt und fördert.
„Der Mensch entwickelt seine Identität in der Gruppe. Der Gruppenbezug integriert ihn, die Identität differenziert ihn aus der Gruppe heraus."
(G. Ammon: Handbuch der Dynamischen Psychiatrie, Bd. II, 1982)

Bei der Zusammenstellung der teilbetreuten Wohngruppen sowie auch der gruppendynamisch geleiteten, selbstverwalteten Wohngemeinschaften wird auf Heterogenität bezüglich Geschlecht, Alter und Diagnosen geachtet. Das Angebot richtet sich an psychisch kranke Erwachsene mit vorwiegend folgenden Krankheitsbildern: Persönlichkeitsstörungen, affektive Störungen, Störungen aus dem schizophrenen Formenkreis, Angst- und Zwangserkrankungen, psychosomatische Störungen sowie komplexe Traumafolgestörungen.

Häufig ist das Leben in den Wohngemeinschaften der erste Schritt nach einem stationär psychiatrischen Aufenthalt und unterstützt die Fortführung einer ambulanten, psychotherapeutischen Behandlung. Im Sinne des Entwicklungsgedanken soll der Aufenthalt in unseren Wohngemeinschaften zeitlich begrenzt sein.

In regelmäßiger milieutherapeutischer Projektarbeit können die Bewohner/-innen ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten einbringen und weiterentwickeln. Arbeitsstörungen, die als Beziehungsstörungen verstanden werden, können hierbei verstehbar und behandelbar werden. Auch geistige und kulturelle Interessen werden im Rahmen des Konzeptes angeregt und gefördert z.B. Ausstellungs-, Theaterbesuche, Literaturzirkel, Ausflüge, usw.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt darauf, innerhalb der Gruppe Beziehungs- und Gemeinschaftsfähigkeit zu entwickeln und den oft nicht ausreichend entwickelten Realitätsbezug der Betroffenen herzustellen. Hierzu trägt auch das gemeinsame Gestalten und Feiern von Festen bei, das in unseren Wohngemeinschaften integraler Bestandteil ist.

Die Teams in den teilbetreuten Wohngemeinschaften sind multiprofessionell und bestehen aus Psycholog/-innen und Sozialpädagog/-innen oder vergleichbaren gruppendynamisch ausgebildeten Fachkräften. Intensive und hochfrequente, regelmäßige Supervision, Kontrollarbeit in Gruppen und Fortbildung zeichnet die Arbeit aus und sichert die Qualität.
Darüber hinaus wird im Sinne einer integrierten und vernetzten Behandlung auch ein regelmäßiger Austausch mit den ambulanten behandelnden Psychiater/-innen, Ärzt/-innen und Psychotherapeut/-innen der Bewohner/-innen gepflegt.

Als Dachverband integriert der Päritätische Wohlfahrtsverband Bayern und die Einbindung in verschiedene Gremien wie die PSAG und verschiedene Arbeitskreise die Arbeit des Trägervereins in die psychiatrische Versorgungslandschaft.

November 2015

Kontaktadresse:
Dipl.-Psych. Saskia Heyden
Goethestraße 54  .  80336 München
Tel. 089/ 12 01 74 20